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FAQ
Fragen zu den Eigenschaften und zu Anwendungsproblemen von Drucktüchern der Marke CONTI-AIR®
In der Praxis erreichen uns oft wiederkehrende Fragen zur Verwendung oder zu den Eigenschaften unserer Produkte. Einen Teil dieser Fragen beantworten wir hier in der FAQ-Corner.
Fragen:
- 1. Warum sollen wir ein CONTI-AIR® Drucktuch verwenden?
- 2. Wie werden Drucktücher richtig gelagert?
- 3. Welche Drucktuchwaschmittel sind am besten?
- 4. Mit welchem Spann-/Drehmoment wird ein Drucktuch gespannt?
- 5. Wie oft nachspannen?
- 6. Wie lang ist die Standzeit eines Drucktuches?
- 7. Was ist ein NOPACK-Drucktuch?
- 8. Wie wird ein Drucktuch richtig montiert?
- 9. Welche Aufzugshöhe ist die richtige?
- 10. Welche Shore A-Härten haben CONTI-AIR®-Drucktücher?
- 11. Was ist Kiss Print?
- 12. Wie stark ist die Adhäsion (QR)?
- 13. Wie sind die Dickentoleranzen?
- 14. Weshalb werden seitlich die Drucktuchkanten versiegelt?
FRAGEN UND ANTWORTEN
FAQ Nr. 1:
Warum sollen wir ein CONTI-AIR® Drucktuch verwenden?
Optimales Kosten-/Nutzen-Verhältnis
- engste Dickentoleranzen (weit besser als ISO 12636)
- Extrem gute Knautscherfestigkeit
- Weniger Maschinenstillstände
- Hohe Lebensdauer
- Hohe Quellbeständigkeit
- Gleichmäßigkeit von Charge zu Charge der Kompressibilität durch patentiertes Herstellverfahren der kompressiblen Schicht
- weltweites Vertriebsnetz
Beste Druckresultate in Punkt und Fläche
- Angepasste, konstante Tonwertzunahme
- Ruhiger Flächenausdruck
- Guter quick release (Papierfreigabe)
- Hervorragende Streifenunterdrückung
- Geringstes Sinking
Federkennlinie (quasistatisch/DT gespannt)

FAQ Nr. 2:
Wie werden Drucktücher richtig gelagert?
- Zwischen 15°C und 30°C
- Zwischen 50% und 65% Luftfeuchtigkeit
- direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. (Gefahr von Ozonrissen)
- Nicht in die Nähe von Elektromotoren. (Gefahr von Ozonrissen)
- Flach liegend oder hängend
- Immer Gummi auf Gummi und Gewebe auf Gewebe
- "First in, first out" beachten
Es gibt spezielle Schubladenschränke, wo Druckplatten, Unterlagebogen, Folien und auch Drucktücher sehr gut aufbewahrt werden können.
FAQ Nr. 3:
Welche Drucktuchwaschmittel sind am besten?
Natürlich ist für den Anwender in erster Linie wichtig, dass die Waschmittel die Drucktücher so einfach und schnell wie möglich reinigen. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl der verschiedensten Waschmittel, die alle unterschiedlich gut oder weniger gut reinigen.
Es ist wichtig zu beachten, dass wir zwischen Drucktüchern, die für konventionelle Farben und UV - Farben eingesetzt werden, unterscheiden.
- Drucktücher, die für konventionelle Farbe eingesetzt werden, sollten mit einem Waschmittel gereinigt werden, das keine polaren Substanzen z.B. Ester enthält.
- Bei Drucktüchern die im UV - Bereich eingesetzt werden, sollten die Waschmittel keine unpolaren Substanzen, z.B. Benzin, enthalten.
- Die Druckfarbenhersteller bieten zu ihren Farben auch immer gut geeignete Waschmittel an, die vorher von der FOGRA eine Freigabe erhalten haben, bevor sie auf den Markt kommen (FOGRA-Freigabeliste).
- Auch von den Maschinenherstellern gibt es Empfehlungslisten.
Wie kann ich selbst feststellen, ob mein Drucktuchwaschmittel aggressiv zum Drucktuch ist?
- Man nimmt spezielle Gläser (im Fachhandel erhältlich),
- schneidet das Drucktuch entsprechend der Größe des Deckels aus und mißt die Dicke (z.B. 1,95mm),
- füllt das Glas ca. ¼ mit dem Waschmittel,
- klemmt das Prüfstück in den Deckel (mit dem Deckgummi zu Glasinneren),
- der Deckel wird auf das Glas geschraubt, Glas umdrehen und 22 Stunden einwirken lassen,
- nach 22 Stunden das Glas wieder umdrehen, Prüfstück entnehmen und die Dicke nachmessen (z.B. 1,98mm). In diesem Beispiel hätten wir einen Dickenunterschied von 0,03mm,
- eine Dickenzunahme von mehr als 0,06 mm kann als aggresiv betrachtet werden
In Zweifelsfällen bietet ContiTech an, entsprechende Untersuchungen durchzuführen! Hierzu benötigen wir ca. 50ml des zu prüfenden Mediums und das dazugehörige Sicherheitsdatenblatt in deutsch oder englisch.
Die folgenden CONTI-AIR Vertriebspartner stehen Ihnen für alle Fragen zum Thema Druckchemikalien zur Verfügung:
Frithjof Tutzschke GmbH (www.siegel-co.de)
Prisco (www.prisco.com)
FAQ Nr. 4:
Mit welchem Spann-/Drehmoment wird ein Drucktuch gespannt?
Das Drehmoment ist bei drehbaren Rädern, Wellen und Schrauben das Produkt aus der Größe der angreifenden Kraft und der Senkrechten von der Drehachse auf die Kraftrichtung. Angegeben in Nm.
Je nach Drucktuch-Spannsystem werden Drucktücher mit 1,5 bis 130Nm gespannt. Dabei wird ein Drucktuch zwischen 1% bis 2% gelängt.
Die kleinen Drehmomentwerte gelten für Spannschrauben an Spannschienen -z.B.1,5Nm- und die großen Drehmomentwerte gelten für Spannspindeln in großformatigen Offsetmaschinen - z.B. 130Nm.
Die Einhaltung des vom Maschinenhersteller angegebenen Drehmoments sollte mit einem Drehmomentschlüssel erfolgen. Bewährt haben sich Drehmomentschlüssel, die unverstellbar, nur den vorgeschriebenen Drehmomentwert messen.
Das Drucktuch-Spannen mit dem Drehmomentschlüssel dient dem Ziel, reproduzierbare Drucktuch-Spannungen in allen Druckwerken und durch alle Bediener sicherzustellen.
Drehmomentschlüssel regelmäßig kalibrieren, Spannelemente sauber halten.
FAQ Nr. 5:
Wie oft nachspannen?
Das Spannen des Drucktuches nach dem "Einwalken" gehört noch zur Drucktuch-Montage. Erst ein weiteres Spannen des Drucktuches zählt als erstes Nachspannen.
Die Häufigkeit des Nachspannens ist abhängig von:
- dem Drucktuch-Format,
- der Drucktuch-Eindrückung,
- dem Radius der Kanalkanten,
- der Umlenkung des Drucktuches an der Kanalkante,
- der Drucklänge zwischen Kanalkante und Drucktuch-Spannwerkzeug,
- dem Drucktuch-Spannsystem. Es gibt ein- oder beidseitige Drucktuch-Spannsysteme - das Spannen der beiden Drucktuchenden kann separat oder gleichzeitig erfolgen.
Entsprechend der obigen Bedingungen kann ein ein- bis dreimaliges Nachspannen angemessen sein.
Die "normale" Häufigkeit des Nachspannens sollte in der hausinternen Arbeitsanweisung - z.B."Drucktuch-Spannen" - vorgeschrieben werden.
Abweichungen von diesen Erfahrungswerten können Hinweis geben auf:
- Drucktuch-Montagefehler,
- abweichende Dehnungsarmut des Drucktuches,
- Beschädigung des Drucktuches,
- Mangel an der Schienenhaftung,
- schwergängiges Spannsystem.
Abweichungen sollten umgehend analysiert und die Ursachen behoben werden. Bei CONTI-AIR®-Produkten kann der Anwender auf den technischen Service unseres Hauses zurückgreifen.
Wer nicht nachspannt oder die Drucktuch-Spannung kontrolliert, hat:
- Dublieren
- höhere Drucktuch-Erwärmung
- reduzierte Drucktuch-Standzeiten
- höheren Plattenabrieb
- Verschieben der U-Bogen
FAQ Nr. 6:
Wie lang ist die Standzeit eines Drucktuches?
Standzeit meint die Einsatzzeit eines Drucktuches, in der es den Anforderungen des Anwenders gerecht wird.
Es empfiehlt sich, die Standzeit in Zylinderumdrehungen zu erfassen. Nicht in Exemplaren oder Betriebsstunden!
Die Standzeit eines Drucktuches ist abhängig von:
- der Eindrückung in das Drucktuch,
- den Einsatzbedingungen und den Einflüssen von außen, die zu Beschädigungen führen,
- einer Drucktuch-Waschanlage,
- der Druckqualität.
Als durchschnittliche Standzeiten in Zylinderumdrehungen werden genannt:
- 1-3 Mio. im Bogenoffsetmaschinen
- 5-8 Mio. in Heatset-Maschinen
- >8 Mio. im Coldset-Maschinen
Empfehlung: Hausinterne Standzeiten ermitteln und deren Einhaltung regelmäßig prüfen. Dazu ist eine Erfassung des Drucktuch-Montage- und -Demontagedatums mit Demontageursache erforderlich.
Regelmäßige Kontrollen müssen die Funktionsfähigkeit der Drucktücher begleiten, um sicherzustellen, daß weitere Schäden ausgeschlossen werden. An modernen Druckmaschinen ist die Zugänglichkeit zum Drucktuch durch die Drucktuchwaschanlage häufig erschwert. Daher empfehlen wir, neben dem automatischen Waschen visuelle Inspektionen vorzunehmen und die Justierung der Drucktuchwaschanlage regelmäßig zu überprüfen.
FAQ Nr. 7:
Was ist ein NOPACK-Drucktuch?
Ein NOPACK-Drucktuch ist ohne U-Bogen/-Folie zu montieren und zu verwenden. Es hat also die Dicke des erforderlichen Drucktuch-Aufzuges.
NOPACK-Drucktücher werden vor allem in Zeitungs- und Akzidenzrotationen verwendet. Das heißt die Drucktuch-Dicken liegen zwischen 1,90 und 2,30mm.
Die Anwender versprechen sich von NOPACK eine Vereinfachung und Erleichterung des ganzen Drucktuch-Handlings wie z.B.:
- Keine Montage einer selbstklebenden Folie
- Keine Unterwanderung von Waschmittel unter die selbstklebende U-Folie
- Weniger Lagerhaltung
- Nur die Dickentoleranz des NOPACK-Drucktuches.
ACHTUNG!
Nicht alle Maschinenhersteller akzeptieren NOPACK-Drucktücher, da die Oberflächenveredlung der Drucktuch-Zylinder durch die Kreuzungspunkte von Kett- und Schußfäden und die dort auftretenden Druckspitzen zerstört werden kann!
Bei CONTI-AIR® NOPACK-Drucktüchern wird die zusätzliche Dicke durch eine dickere kompressible Schicht erreicht; nicht durch eine zusätzliche Gewebelage. Diese würde das NOPACK-Drucktuch biegesteifer machen.
Hinsichtlich Aufzugshöhe und Montage gelten für CONTI-AIR® NOPACK-Drucktücher die gleichen Richtlinien wie für alle CONTI-AIR®-Drucktücher.
FAQ Nr. 8:
Wie wird ein Drucktuch richtig montiert?
Neben der Drucktuch-Montageanweisung in der Bedienungsanleitung des Maschinenherstellers sollte in einer hausinternen Arbeitsanweisung darüber folgende Ergänzung stehen: Drucktuch-Typ, -Format, U-Bogen-/-Folientyp, -Format und Anzahl, Drehmomentwert sollten erprobt und beschrieben sein, so daß vor und während der Drucktuch-Montage nur noch kontrolliert werden muß.
Weitere Bestandteile einer Eingangskontolle/Arbeitsvorschrift können sein:
- Kontrolle von Drucktuch-Dicke, -Format, -Schienung. Visuelle Kontrolle von Drucktuch-Oberfläche und -Rückseite. Das gilt selbstverständlich auch für U-Bogen und -Folien.
Damit vermeidet man kurzfristige Aufzugdemontage und -änderung. - Messung des Drucktuch-Aufzuges außerhalb der Maschine.
Das vermindert Überraschungen. - Drucktuch sollte breiter als U-Bogen/-Folie sein.
Dadurch reduziert man das Eindringen von Waschmittel und Farbe zwischen Zylinder und Unterlage(n) und zwischen Unterlage(n) und Drucktuch. - Keine Schmutzpartikel in/unter den Drucktuch-Aufzug gelangen lassen.
D.h. Reinigung von Zylinderoberfläche, Spannkanal, Spannwerkzeug und des Montageumfeldes. - Formatbogenmontage
Damit kann die Formatkantenbildung reduziert werden.
Bei Druckmaschinen mit nebeneinanderliegenden Drucktüchern:
- Bei Drucktüchern mit Formatgebung muß immer die gerade Drucktuch-Kante zur A- bzw. B-Seite montiert werden.
Die Formatgebung verringert die Spaltbildung bei nebeneinanderliegenden Drucktüchern und die daraus resultierenden Papierfalten. - Überlappende Drucktuch-Montage bei nebeneinanderliegenden Drucktüchern. Die Überlappung muß nach dem ersten Drucktuch-Spannen mit einem"Falzbein" auf Stoß gebracht werden.
Die Spannung zwischen den Drucktüchern verringert ebenfalls Spaltbildung. - Bei der Verwendung von Schrauben in Drucktuch-Spannschienen sollten erst die Schrauben in der Spannschienenmitte angezogen werden.
In der Spannschienenmitte besteht die geringste Verbiegung der Schienung. - Drucktuch-Spannung mit dem vom Maschinenhersteller genannten Drehmomentwert vornehmen.
Siehe FAQ Nr. 4: "Mit welchem Spann-/Drehmoment wird ein Drucktuch gespannt?" - Nach der Drucktuch-Montage das "Einwalken" nicht vergessen.
"Einwalken" reduziert das Nachspannen und Dublieren. - Bei Drucktuch-Spannsystemen mit gleichzeitiger Spannung an beiden Drucktuch-Enden muß in beiden Drehrichtungen "eingewalkt" werden.
Diese Vorgehensweise reduziert das Nachspannen und Dublieren. - Messung des Drucktuch-Aufzuges nach "Einwalken" und Nachspannen.
Das vermindert Überraschungen - Datenerfassung der Drucktuch-Montage mit
- Datum, Drucktuch-Typ, U-Bogen-/-Foliendicke, Aufzughöhe, Montierer, Demontagegrund.
Sie können gute Dienste bei der Beurteilung eines Drucktuches leisten. - Drucktuch-Aufzughöhen in regelmäßigen Abständen prüfen und erfassen.
Die ermittelten Meßdaten sollten erfaßt und ausgewertet werden. Sie können gute Dienste bei der Beurteilung eines Drucktuches leisten.
FAQ Nr. 9:
Welche Aufzugshöhe ist die richtige?
Die richtigen Aufzugshöhen für Platten- und Drucktuch-Zylinder liegen dann vor, wenn alle hausinternen Standards und die allgemein gültigen des Maschinenherstellers erfüllt sind.
Zur Erfüllung dieser Standards über einen möglichst langen Drucktuch-Anwendungszeitraum müssen die drucktuchspezifische Einfallcharakteristik und die Kompressibilität des Drucktuches berücksichtigt werden.
Aus der jedem Drucktuch-Typ zuzuordnenden Federkennlinie lassen sich beide Drucktuch-Eigenschaften ablesen. Diese Eigenschaften müssen bei der Wahl der Aufzugshöhen berücksichtigt werden.
Einen Anhaltswert gibt die Empfehlung der FOGRA: Der wirksame Druck zwischen Platte und Drucktuch sollte zwischen 800 bis 1000kPa liegen. Werte unter 800kPa können für Qualitätsmängel im Druck verantwortlich sein. Werte über 1000kPa bedeuten Belastung für Platte, Drucktuch und Maschine.
D.h. die wirtschaftlichste Aufzugshöhe läßt sich nur in hausinternen Tests mit allen spezifischen Einflußgrößen - wie Bedruckstoff, Farbe, Eindrückung, Drucktuch, U-Bogen/-Folie usw. ermitteln.
Für CONTI-AIR®-Drucktücher geben wir folgende Anhaltswerte:
| Bogenoffset | |
|---|---|
| Platte/Drucktuch : | 0,10 - 0,12 mm |
| Drucktuch/Gegendruckzylinder Ges.-Eindrückung : |
0,13 - 0,18 mm |
| Rollenoffset | |
|---|---|
| Aufzugshöhe über Schmitzring: | |
| Einfachumfang-Maschine Theor. Höhe über Schmitz: Nach Einfallen (Fortdruck): |
0,09 - 0,12 mm 0,05 - 0,08 mm |
| Doppelumfang-Maschine Theor. Höhe über Schmitz: Nach Einfallen (Fortdruck): |
0,13 - 0,16 mm 0,09 - 0,12 mm |
Eine weitere Methode zur Ermittlung der richtigen Aufzugshöhe ist die "Kiss-print"-Methode.
Siehe FAQ Nr. 11: "Was ist Kiss-print"
Nachstehend zwei Drucktuch-Federkennlinien mit im Markt vorkommender Kompressibilität und Einfallcharakteristik -"Sinking".


FAQ Nr. 10:
Welche Shore A-Härten haben CONTI-AIR®-Drucktücher?
In DIN 53505 - Mit DIN EN ISO 868:1998-01 steht unter:
3 Begriff
3.1 Härte nach Shore A Der Widerstand gegen das Eindringen eines Körpers bestimmter Form unter definierter Federkraft.
6 Probekörper
6.1 Form
... Die Dicke der Probenkörper soll >6mm betragen. ...
... Hierbei sind Lufteinschlüsse zu vermeiden. ...
Diese Bedingungen kann ein Drucktuch mit Dicken zwischen 1,35 bis 3,00mm nicht erfüllen.
Daher sind Shore A-Messungen an Drucktüchern nicht aussagefähig. Es lassen sich Beispiele finden, wo Drucktücher gleicher Shore A-Härte ein völlig unterschiedliches Verhalten in der Anwendung zeigen.
Die in den Drucktuch-Prospekten der CONTI- und CONTI-AIR®-Reihe genannten Shore A-Angaben unter "Technische Daten" wurden an >6mm dicken Drucktuch-Deckgummiplatten ermittelt.
Die Shore A-Werte der Drucktuch-Deckgummi der CONTI- und CONTI-AIR®-Reihe liegen zwischen 43 und 68 Shore A.
FAQ Nr. 11:
Was ist Kiss Print?
...eine Möglichkeit, optimale Aufzughöhen für Offsetdruckmaschinen zu ermitteln.
Die Vorgehensweise laut FOGRA: Zunächst wird die Druckbeistellung Platte/Gummituch soweit vermindert, daß der Ausdruck der Vollfläche auf dem Gummituch nur etwa 50% beträgt. Der Gegendruckzylinder ist dabei abgestellt. Für die Beurteilung dieses Flächendruckeswerden nun der Gegendruckzylinder angestellt, der Plattenzylinder abgestellt und drei bis vier Bogen gedruckt.
Diese etwas umständliche Arbeitsweise, bei der immer nur zwei Zylinder gegeneinander unter Druck stehen, hat den Vorteil, daß der Kanalstreifen, der anderenfalls bei dieser geringen Druckbeistellung verstärkt auftreten würde, nicht erscheint und somit auch nicht fälschlicherweise zugerichtet wird. So werden tatsächlich nur die Ungleichmäßigkeiten von Gummituch und Aufzug ausgeglichen.
Von dem etwa 50%igen Flächendruck ausgehend wird nun die Druckbeistellung Platte/Gummi so lange in kleinen Schritten (ca. 0,02mm) erhöht, bis der Ausdruck der Fläche 100% beträgt. Erst jetzt wird ein Abzug gemacht, bei dem Platten-, Gummi- und Gegendruckzylinder gemeinsam angestellt sind. Bei diesem Druck darf sich jetzt kein Kanalstreifen bemerkbar machen.
Auf die gleiche Weise wird dann die Einstellung zwischen Gummi und Gegendruck vorgenommen. Die Zylinderskalen sollten jetzt auf Antriebs- und Bedienungsseite die gleichen Druckbeistellungen anzeigen. Differieren die Werte um mehr als 0,05mm, so sollten die Skalenanzeigen des Platten-, Gummi- und Gegendruckzylinders bei der nächsten Maschineninspektion nachjustiert werden.
FAQ Nr. 12:
Wie groß ist die Adhäsion (QR)?
Adhäsion ist:
Haften von Molekülen an Grenzflächen durch Wirkung molekularer Anziehungskräfte. Sie tritt beispielsweise bei Wasser an Glas, Farbe auf Papier, Papier auf Drucktuch auf. Die Adhäsion hängt stark von der Oberflächenrauhigkeit der Objekte ab. Um so rauher die Oberfläche, desto geringer ist auch die Adhäsion.
Bezogen auf das Drucktuch ist die Oberflächenrauhigkeit von großer Bedeutung für die Bogenfreigabe bzw. für die Papierbahnspannung und Schlupf in Rollenrotationsmaschinen.
Die Adhäsionsneigung wird im wesentlichen beeinflußt von der chemischen Zusammensetzung der Gummideckplatte und der Oberflächenstruktur. CONTI-AIR Drucktücher weisen folgende Oberflächen auf, wobei rauh geschliffene Drucktücher ausschließlich im Zeitungsdruck eingesetzt werden, feingeschliffene im Akzidenzbereich (Bogen und Rolle) und geprägte verlieren immer mehr an Bedeutung.

CONTI-AIR Drucktücher haben aus diesem Grund Mischungen mit unterschiedlichen Oberflächenrauhigkeiten, Deckgummis für die Anwendungen Bogenoffset, Heatset, Coldset oder Akzidenz- und Zeitungsoffset.
Diese drei unterschiedlichen Schliffe und Strukturen beeinflussen mit noch anderen Einflußfaktoren stark den Quick Release (QR) Effekt.
Im Druckprozess gibt es noch folgende Punkte, die auf die Adhäsion bzw. den QR Einfluß nehmen:
- Wassermenge
- Farbkonsistenz, z.B. Zügigkeit
- Farbmenge
- Druckform - Hochdruckform oder Offsetplatte
- Papiersorte
- Papierdicke
- Maschinengeschwindigkeit
- Maschinenkonstruktion - Zylinderposition / Stellung
- Eindrückung (Pressung)
- Feuchtmittel
- Naßoffset oder Wasserloser Offset
Was bedeutet dies für den Papierbogen?
- rote Linie ungünstig
- grüne Linie gut
- gestrichelte Linie Optimum
FAQ Nr. 13:
Wie sind die Dickentoleranzen?
Die Gleichmäßigkeit in der Dicke, wir sprechen hier auch von Planparallelität ist bei einem Drucktuch von großer Bedeutung, und sorgt für den gleichmäßigen Ausdruck über die gesamte Drucklänge und Druckbreite!
Diese Planparallelität minimiert die Wolkigkeit des Druckes, besonders in den lichten Rasterflächen.
Wir unterscheiden zwischen der DIN Nenn-Dicke, siehe unten, und der Planparallelität bei CONTI-AIR Produkten. Unsere hausinternen, maximal zulässigen Abweichungen für geschnittene Drucktücher lauten: Bei einem Drucktuchformat bis 1000mm Kantenlänge +/- 0,01mm und bei mehr als 1000mm Kantenlänge +/- 0,015mm.
Die Anforderungen der Nenn-Dicke sind in der ISO 12636 festgehalten.
ISO 12636
3 Anforderungen
3.1 Maße
3.1.1 Nenn-Dicke
Grenzabmaß: ± 0,03mm (einschließlich des in Abschnitt 3.1.2 genannten Dickenunterschiedes).
3.1.2 Ist-Dicke
Die Ist-Dicke ist der Mittelwert aller Messungen innerhalb eines Drucktuchformates.
Die Dicke an ein und demselben Drucktuch gemessen darf sich nicht um mehr als 0,04mm (nach DIN) unterscheiden (Planparallelität).
In Abweichung zu dieser Norm bietet CONTITECH den CONTI-AIR Vertriebspartnern an, Drucktuchrollen mit genaueren Dickentoleranzen zu bestellen.
Hierzu wird eine Unterteilung des von der ISO vorgeschriebenen Toleranzbereiches in drei Klassen vorgenommen (+, +/-, -). Die eingeschränkten Toleranzen sind mit einem erhöhten Fertigungsaufwand verbunden und sollten nur bestellt werden, wenn es der Druckprozess erforderlich macht.
Dickengenauigkeit
Zulässige Dickentoleranz in einem geschnittenen Drucktuch: bis 1000 mm Kantenlänge +/-0,01 bei mehr als 1000 mm Kantenlänge +/-0,015mm.

FAQ Nr. 14:
Weshalb werden seitlich die Drucktuchkanten versiegelt?
Die Kanten (in Umfangsrichtung) an den Drucktüchern werden versiegelt, damit keine Medien, wie Waschmittel oder Feuchtwasser seitlich in das Drucktuch eindringen können. Bei den CONTI-AIR Metalldrucktüchern werden zusätzlich die Kanten am Kanal versiegelt. Diese Versiegelung erfolgt über einen Vulkanisationsprozess.
Wenn die Kanten nicht versiegelt sind, haben Medien die Möglichkeit, nach einiger Zeit in das Gewebe einzudringen. Die Kapilawikung des Gewebes unterstützt das Eindringen von Medien. Das führt zu einer Quellung (Dickenzunahme) des Drucktuches und kann an den Kanten zu schnellerem Verschleiß des Drucktuches und zu Abrieb an der Druckplatte führen. Auch bewirkt das Quellen an diesen Stellen eine höhere Eindrückung, wodurch die Qualität des Druckergebnisses negativ beeinflußt wird.
Das eingesogene Waschmittel kann die einzelnen Gewebelagen im Drucktuch anlösen und somit die Haftung beeinträchtigten. Dies kann im schlimmsten Fall zur Ablösung einer Lage führen und einen Schaden in der Druckmaschine verursachen.
Die Kantenversiegelung ist kein absoluter Schutz gegen eine Quellung des Drucktuches, aber verzögert diese.

Vertriebspartnern bietet CONTITECH eine speziell entwickelte, umweltverträgliche, lösemittelfreie Kantenversiegelung an.
Wie werden Drucktücher richtig gelagert?
CONTI-AIR® EVOLUTION 1,95mm
CONTI-AIR® EVOLUTION NOPACK 2,12mm
